Nachhaltige Ernährung


Unkrautvernichter im eigenen Garten?

Die Werbung suggeriert, dass „Roundup“ völlig unproblematisch sei. Das aggressive Pflanzengift darf laut zuständigem Bundesamt maximal einmal pro Jahr für Zierpflanzen, Rasen und Obstbau angewandt werden, es darf auf gar keinen Fall in die Hände von Kindern gelangen und es ist auch für Goldfische und Lurche im Gartenteich schädlich. Kaum einer liest das Kleingedruckte und ein gefahrloser Einsatz kann nicht sichergestellt werden.

Das linke Vorderbei dieser Knoblauchkröten-Kaulquappe wurde nicht entwickelt. Es ist wahrscheinlich, dass hier Agrochemikalien einen Gendefekt ausgelöst haben. Knoblauchkröten haben in den vergangenen Jahrzehnten in weiten Teilen West- und Mitteleuropas einen dramatischen Bestandseinbruch erlebt.

In der kürzlich veröffentlichten Studie „Glyphosat und Agrogentechnik“ warnt der NABU-Bundesverband vor den Gefahren des Unkrautkillers für die Natur und den Menschen. Die Risiken sind auch dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BVL) bekannt: In einer Verordnung verbot das BVL im vergangenen Jahr die Verfütterung und Einstreu der mit Glyphosat und dem Hilfsstoff Tallowamin behandelten Getreide aus Sorge um mögliche gesundheitliche Schäden für Nutztiere.

„Es ist absurd, dass Familien im Garten weniger geschützt werden als Rinder und Pferde, die nicht mehr mit tallowaminbehandeltem Getreide in Kontakt kommen dürfen, deshalb müssen tallowaminhaltige Pestizide für den Garten sofort verboten werden“ fordert Olaf Tschimpke. Aber auch Roundup, das kein Tallowamin enthält, widerspricht völlig einem ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit unserer artenreichen Natur. Das angebliche Unkraut, das Roundup radikal vernichtet, dient vielen Lebewesen als Nahrung und Lebensraum. Und die Artenvielfalt unserer Natur und Gärten ist auch die Existenzgrundlage des Menschen.

Den eigenen Garten ohne Unkrautvernichter Unkrautfrei halten

Gartenrittersporn
Gartenrittersporn

Die Fläche der Privatgärten in Deutschland ist etwa halb so groß wie alle deutschen Naturschutzgebiete und Nationalparks. Eine große Fläche, die viel bieten kann: Naturgenuss und Entspannung für den Menschen, Lebensraum und Zufluchtsort für Tiere und Pflanzen. Doch in den meisten Gärten finden unsere heimischen Tierarten weder Nahrung noch Nistgelegenheiten oder Unterschlupf. Heimische Heckenpflanzen zum Beispiel sind nur selten zu finden. Stattdessen prägen fremde Gehölze das Bild. Ihre Früchte und Blüten sind oft für die meisten Tiere wertlos. Rasenflächen und Beete werden außerdem häufig mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt, die auch zahlreichen Nützlingen den Tod bringen.


Verzichten Sie deshalb auf Roundup und Co. und schützen Sie sich und Ihren Garten!
Es geht auch anders – So gärtnern Sie erfolgreich ohne Pestizide:

  • Lassen Sie ausbreitungsstarke Wildkräuter gar nicht erst entstehen: Bestellen Sie keinen sogenannten Mutterboden (= Humus), denn er enthält unzählige Wildkräutersamen. Nutzen Sie stattdessen den wildkräuterfreien Unterboden oder mischen Sie Böden selbst, zum Beispiel aus je einem Drittel Lehm, Kompost und Sand.

  • Bedecken Sie den Boden: Mineralische Mulchstoffe, wie Kies, Sand und Splitt, sind kostengünstig und sehr wirksam. Organische Stoffe wie Rindenmulch, Stroh oder Rasenschnitt helfen vor allem gegen Wildkräuter, die sich über Samen vermehren.

  • Schließen Sie die Vegetationsdecke: Indem Sie Wildblumenmischungen und Pflanzen zur Gründüngung einsäen, geben Sie unerwünschten Wildkräutern keinen Raum.

  • Greifen Sie zum Werkzeug: Jäten Sie nur bei trockenem Wetter, so wachsen die Pflanzen nicht wieder an. Beseitigen Sie sie vor der Samenreife und stechen Sie die Wurzeln mit aus. Auf Wegen können Sie sie abflämmen.


Vermeintliches Unkraut kann auch sehr nützlich und lecker sein. So die Brennnessel wie Sie hier nachlesen können


Was gegen "tierische Schädlinge", wie zum Beispiel Blattläuse, hilft können sie hier erfahren:

Allgemeines

Schnecken fern halten

Informationen zum nützlichen Marienkäfer


Viele weitere nützliche Infomationen rund um das Thema Garten erhalten Sie hier.

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NABU-Faltblatt: Gärten ohne Gift
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