Nachhaltige Ernährung


Faire Arbeitsbedingungen

Stand 17.03.2014: Fair gehandelte Schokolade, Bananen, Kakao, Tee oder Kaffee sind immer öfter zertifiziert im Supermarkt zu finden. Im Gegensatz zum Begriff „bio“ gibt es für „fair“ jedoch keine gesetzlichen Mindeststandards.

Am bekanntesten sind das Fairtrade-Siegel und die Produkte der GEPA. Hier stammen immer mehr Produkte auch aus dem Öko-Landbau. Zunehmend erkennen auch Bio-Anbauverbände die Notwendigkeit, dass bio und fair zukünftig stärker zusammengedacht werden muss und haben Zertifizierungssysteme entwickelt.

Fairetrade

Das Fairtrade-Siegel wird in Deutschland durch den gemeinnützigen Verein TransFair e. V. vergeben, dabei tritt der Verein TransFair e.V. selbst nicht als Händler oder Importeur auf. Entscheidend sind hier eine „faire“ Bezahlung der Produzenten durch Mindestpreise, verlässliche und verbindliche Verträge und Vorfinanzierungsmöglichkeiten für Kleinbauern und Kleinproduzenten. Darüber hinaus erhält die Produzentenorganisation oder Plantage eine verbindliche Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Die Kleinbauern und Kleinproduzenten entscheiden selbständig und demokratisch, welche sozialen und ökologischen Projekte sie mit der Prämie realisieren.

 

Es werden nur Rohstoffe zertifiziert, die in den so genannten Entwicklungsländern produziert werden. Angebaute Rohstoffe beispielsweise aus Europa können nicht zertifiziert werden. Allerdings wurde der Mindestanteil fair gehandelter Produkte 2011 von 50 auf 20 Prozent gesenkt. So können nun auch Mischprodukte, die nicht zertifizierbare Zutaten wie Mehl oder Milch beinhalten, das Fairtrade-Siegel tragen.

 

Seit 2014 giltet beim schwarzen Fairtrade-Siegel der Grundsatz, dass alles, was international FLO-zertifiziert verfügbar ist, auch im Produkt FLO-zertifiziert verarbeitet sein muss. In Deutschland wird aber z.B. auch Schokolade aus in Deutschland angebautem Zucker hergestellt statt mit importiertem FLO-zertifiziertem Zucker. Verbindungen dieser Art können nun mit dem Fairtrade-Siegel auf weißem Hintergrund gelabelt werden.

GEPA fair+

GEPA vertreibt als Importeurin und Großhändlerin seit 1975 selbst zu 100 Prozent fair gehandelte Produkte. Ihr Zeichen ist ein Markenlogo, daher findet man es nicht auf Produkten anderer Hersteller oder Unternehmen.

 

Alle Produkte sind in internationale Zertifizierungssysteme des fairen Handels eingebunden. Die GEPA hat einst maßgeblich die Entwicklung des Faitrade-Siegels beeinflusst. Heute will sie mit dem eigenen „fair+“-Zeichen zeigen, dass sie inzwischen aber höhere Ansprüche hat als die aktuellen internationalen Standards.

Naturland fair

Im Gegensatz zu FLO/Transfair e.V. und GEPA zertifiziert der Bio-Anbauverband Naturland Rohstoffe und Produkte aus dem In- und Ausland. Die Zertifizierung „Naturland Fair“ ist eine freiwillige Zusatzzertifizierung für bereits Naturland zertifizierte Erzeuger, Verarbeiter und Handelsunternehmen.
Zu den Anforderungen von Naturland für die allgemeine Zertifizierung gehören bereits soziale Aspekte. Bei „Naturland Fair“ gibt es darüber hinausgehende soziale Anforderungen:

  • Verlässliche Handelsbeziehungen
  • Faire Erzeugerpreise
  • Regionaler Rohstoffbezug
  • Gesellschaftliches Engagement

Exkurs: "Fair Rubber"

Matratzen, Badelatschen, Haushaltsgummis, Kondome oder Fußbälle: überall ist Gummi verarbeitet. Auch hier kämpf man mit sozialen und ökologischen Problemen. Um die Arbeitsbedingungen der Kleinproduzenten und Kleinbauern in der Kautschukproduktion zu verbessern, hat sich 2012 der Verein „Fair Rubber“ gegründet. Er verbindet den Anspruch an Sozial- und Umweltstandards: „Fair Rubber“-Kautschuk darf nur von FSC-zertifizierten Plantagen stammen.