Hilfe für Igel


Unsere Ansprechpartner wenn Sie einen Igel finden der Hilfe braucht finden sie hier.

Der Igel - Allgemein

Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Säugetiere. Das Gewicht eines ausgewachsenen Igels liegt zwischen 800 und 1500 Gramm, wobei die Männchen meist schwerer sind als die Weibchen. Igel sind kleine Raubtiere und fressen vorallem Insekten, am liebsten Ohrwürmer. Sehr selten fressen Igel auch pflanzliche Nahrung in Form von weichem, süßen Obst. Sie sind Einzelgänger und kommen nur zur Paarungszeit, welche vorallem zwischen Juni und August ist, zusammen. Die meisten Jungen kommen im August zur Welt. Obwohl sich Augen und Ohren erst nach 14 bis 18 Tagen öffnen, beginnen sie mit der selbstständigen Nahrungssuche schon ca. eine Woche danach, werden allerdings noch nebenbei von der Mutter gesäugt. Von den Jungtieren erreichen nur ca 35-40% das Erwachsenenalter. Wärend die Lebenserwartung ohne äußere Einflüsse bis zu sieben Jahre beträgt, erreichen sie statistisch eine durchschnittliche Lebenserwartung in freier Wildbahn von ca. 2 Jahren. Dies ist vorallem durch den Menschen verursachte Gefahren (Beispiele: Dosen in denen sie mit dem Kopf stecken bleiben; Pestizide gegen "Unkraut" und Schädlingeim heimischen Garten, welche vom Igel aufgenommen werden wodurch er verendet).

Bild: Hubertus Schwarzentraub
Bild: Hubertus Schwarzentraub

Igel können fauchen, puffern, tuckern und keckern. Seltener als man das Keckern hört, hört man die lauten Schmerz- oder Angstschreie, die an das Geräusch einer Eisensäge erinnern. Sie sehen zwar eher schlecht, dafür ist ihr Geruchs- und Gehörsinn sehr gut ausgeprägt. Auch besitzen sie ein zusätzliches Sinnesorgan (das Jacobsonsche Organ). Wenn ein Igel ein fremder Geruch/Stoff begegnet beriecht und bekaut er diesen bis ein schaumiger Speichel entsteht. Das Jacobsonsche Organ liegt im Gaumendach (zwischen Rachen- und Nasenhöhle). Durch den Speichel bringt er Geruch und Geschmack in das Organ wodurch er vermutlich diesen genauer analysieren kann. Anschließend spuckt der Igel den Speichel aus oder bespeichelt oft auch sein eigenes Stachelkleid.

Da Igel Nacht- und Dämmerungsaktiv sind stört Albinos nicht ihre lichtempfindlicheren Augen und sensiblere Haut.

Der Winterschlaf

Dazu suchen sie meistens im November bei anhaltenden Bodentemperaturen um den Gefrierpunkt ein Winterquartier auf, zum Beispiel Laub- und Reisighaufen. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit sind Igel im beginnenden Herbst auch tagsüber aktiv, denn insbesondere die Jungtiere müssen sich für den bevorstehenden Winterschlaf noch einige Fettreserven anfressen. Während des Winterschlafs verlieren Igel 20 bis 40 Prozent ihres Körpergewichts.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

Der hier einheimische Igel (Erinaceus europaeus oder Braunbrustigel) gehört zu den besonders geschützten Arten, daher gilt für ihn das Bundesnaturschutzgesetz.. In Ausnahme fällen ist die Aufnahme von Igeln aus der freien Natur - zu der auch der Garten gehört -  gestattet, wobei das Ziel der Aufnahme sein muss die Tiere wieder fit zu machen (BNatSchG §45 (5)).

  • Igeljunge, die tagsüber außerhalb des Nestes angetroffen werden. Sie sind meist unterkühlt und mutterlos. Denn erst, wenn die Mutter nach nächtlicher Nahrungssuche nicht zurückkehrt, krabbeln die Junge hungrig aus dem Nest
  • Eingesperrte Igel. Tiere, die längere Zeit in Fallen ohne Wasser oder Nahrung waren, zum Beispiel in Kellern, Garagen, Gruben etc.
  • Kranke Igel. Sie erkennt man unter anderem daran, dass sie tagaktiv sind, kraftlos und zittrig laufen, apathisch oder schwach sind. Meistens sind sie abgemagert, was man an den hervorstehenden Hüftknochen erkennen kann. Auch die Augen sind bei kranken Igeln verändert. Statt halbkugelig hervorzustehen, sind sie eingefallen. Ein auffälliges Zeichen ist, dass sich kranke Igel kaum einrollen. Hustet der Igel, kann das ein Symptom für starken Lungenwurmbefall sein. Auch Igel die von Fliegen, deren Eiern und Maden besetzt sind oder Tiere mit starkem Floh und Zeckenbefall, sind hilfsbedürftig.
  • Verletzte Igel. Oft sind es Schnitt-, Stich- oder Bisswunden, die ihnen Gartengeräte oder Haustiere zugefügt haben, manchmal auch Verletzungen durch den Straßenverkehr. Innere Verletzungen rühren mitunter von Stürzen z.B. in Kellerschächte. Brandverletzungen erleiden Igel deren Reisighaufen-Versteck sorglos und ohne Kontrolle angezündet wurde.
  • Igel die nach Wintereinbruch tagsüber herumlaufen. Bei diesen Tieren handelt es sich um kranke oder schwache Alttiere und Jungigel, die sich kein ausreichendes Fettpolster für den Winterschlaf mehr anfressen konnten.