Was tun mit einer gefundenen Fledermaus?


Hier zum Einmaleins der Fledermausretter

Bild: Lutz Wolfram
Bild: Lutz Wolfram

Fledermaus-Findling "Erste Hilfe"

Es empfiehlt sich die Tiere mit dünnen Handschuhen oder einem weichem Tuch vorsichtig  aufzunehmen und in eine Schachtel mit Luftlöchern zu setzen.

Wer einem Fledermaus-Findling helfen will soll sich auf diese Maßnahme beschränken und die weitere Betreuung Fledermaus-Experten überlassen.

Der NABU bietet die erste bundesweite Telefonberatung im Thema Fledermäuse an, da immer wieder verletzte Tiere gefunden werden oder sie sich auf dem Dachboden einquatieren. Hier können Sie sich beraten lassen bei Fragen wie, was tun beim Fund einer verletzten Fledermaus, wie sich eingenistete Fledermäuse bei einer Hausrenovierung schützen lassen oder wie man sein Haus fledermausfreundlich gestalten kann.
Wochentags sind von 10 bis 16 Uhr und zusätzlich von Juni bis August von 19 bis 21 Uhr die Fledermaus-Expertinnen Petra Gatz (Teamleiterin, NABU Hessen), Britta Wesche (NABU Schleswig-Holstein) und Cosima Lindemann (NABU Rheinland-Pfalz) unter der der 030-284984-5000 für Sie da. Wochenends und an Feiertagen von 11 bis 13 Uhr und von 17 bis 19 Uhr.
Um eine ununterbrochene Ereichbarkeit zu gewährleisten, werden die Anrufe unter Umständen in das deutsche Mobilfunknetz weitergeleitet. Je nach Tarifbedingungen können die Anruferkosten daher die durchschnittlichen Kosten in das deutsche Festnetz übersteigen, liegen jedoch in der Regel nicht über 29 Cent je Minute.

Jungtiere
Ausgewachsene Zwerg- oder Mückenfledermäuse werden oft mit Jungtieren verwechselt. Sie sind so klein, daß sie bequem auf einer Streichholzschachtel Platz nehmen können. Fledermaus-Babys sind echte Winzlinge. Sie gibt es nur von Anfang Juni bis Ende Juli. Wetterbedingt kann der Geburtstermin zwei Wochen eher oder auch zwei Wochen später stattfinden. Der Fledermaus-Nachwuchs wird nackt und blind geboren. Die Babys sind ohne ihre Mutter hilflos und werden von ihr gesäugt. Wenn die Fledermaus-Mutter mit ihrem Kind das Quartier wechseln will, saugt sich das Jungtier an einer Milchzitze fest und krallt sich ans Bauchfell. Bei so einem Transport kann ein Baby auch schon mal verloren gehen.


Wer eine junge Fledermaus findet, sollte den Winzling erst einmal schützen: Ein Karton mit Luftlöchern, ausgestattet mit viel zusammengeknülltem Toilettenpapier und an einem warmen Ort aufbewahrt, ist vorerst die richtige Maßnahme.
Mit einer Pipette, einer Spritze oder Pinzette kann man dem Winzling lauwarme Wassertröpfchen anbieten. Dann sollte man in der Nähe des Fundortes auf Quartiersuche gehen: Fassadenverkleidungen, Dachüberstände, Fensterläden, Schornsteinverkleidungen, kleine Mauerritzen zwischen Giebel und Dachschräge, Holzstapel und Spalten unter den Dachziegeln sind beliebte Verstecke. Ist das Fledermaus-Quartier in unerreichbarer Höhe oder trotz intensiver Suche, vielleicht auch auf dem Nachbargrundstück, nicht ausfindig zu machen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Hierzu braucht man eine mit warmen Wasser (37 °C) gefüllte Getränkeflasche, über die man eine Socke zieht. Die Flasche stellt man in eine Plastikschüssel. Mit Einbruch der Dämmerung setzt man das Findelkind an die warme Flasche und stellt diesen "Kuschelturm" hoch und katzensicher in der Nähe des Fundortes auf. Nun hilft nur noch hoffen und warten, daß die Fledermausmutter ihr Baby rufen hört und es abholt. Bei ungünstigem Wetter muß der Versuch abgebrochen werden. Man kann auch in einer zweiten Nacht noch einen Auswilderungsversuch unternehmen. Bis dahin muß das Findelkind wieder an einem warmen Ort im Karton aufbewahrt werden. Man kann dem Winzling tagsüber etwas dünnen, lauwarmen Fenchel- oder Kamillentee aus einer Spritze anbieten.

Bild: Lutz Wolfram
Bild: Lutz Wolfram

Fledermaus im Winter

Oft findet man dann geschwächte Fledertiere in Hauseingängen und Kellern oder sie fliegen nach dem Lüften plötzlich in Wohnräumen umher. Mit einem Handschuh setzt man so einen Irrflieger erstmal in einen mit Toilettenpapier ausgestatteten Karton.
Hat das Tier zwischen Ohrenpartie und Schulterblättern einen gewölbten Kragen - den Winterspeck? Oder sieht es auf dem Rücken eher abgemagert aus?
Ob wohlgenährt oder mager: Auf jeden Fall sollte die Fledermaus etwas trinken. Dazu muß sich das Tier aufwärmen, damit es sich nicht verschluckt. Aktive Fledermäuse haben wie wir Menschen eine Körpertemperatur von 37°C. Um dem Findling beim Aufwärmen zu helfen, kann man das Tier mit der mit einem Handschuh geschützten Hand umschließen, so dass nur das Köpfchen über unseren Daumen herausschaut. Es kann eine ganze Weile dauern, dann merkt man, wie Herzschlag und Atmung aktiver werden. Mit einer Spritze, Pipette, einem Tuschpinsel oder Eierlöffel bietet man der Fledermaus dann lauwarmes Wasser an. Die meisten Tiere beginnen nach einigen Versuchen dankbar zu lecken.

Bei plötzlichem Wetterumschwung erwachen Fledermäuse manchmal aus dem Winterschlaf und wollen ihr Quartier noch einmal wechseln oder etwas trinken. Bei frostigem Wetter finden die Tiere weder Nahrung noch Wasser und sind schnell entkräftet.
Mehr Informationen auch zu möglichen Winterquatieren und kleinen Umsiedlungen erhalten sie auch hier.

Man kann Fledermäusen allgemein helfen durch ein Fledermausfreundliches Haus mehr Informationen dazu finden sie hier: http://www.fledermausfreundliches-haus.de/