Pflegeaktion im Kalksandsteinwerk Durmersheim


Artenvielfalt und Sukzession in einer Kiesgrube südlich Karlsruhe

Ergebnisse des Biotopmonitoring zum Naturschutzgebiet "Kiesgrube am Hardtwald Durmersheim" von Franz-Josef Schiel und Michael Rademacher

Zusammenfassung

Die Ergebnisse eines Monitorings im Naturschutzgebiet "Kiesgrube am Hardtwald Durmersheim", das zwischen 1993/94 und 2005 in sechs Jahren durchgeführt wurde, werden vorgestellt. Die in der Oberrheinebene gelegene Kiesgrube zeichnet sich durch einen hohen Artenreichtum aus. So wurden 230 Gefäßpflanzen-, 78 Moos- und 106 Flechtenarten festgestellt, von denen jeweils 22 (10%), 22 (28%) bzw. 38 (36%) Arten landes- und/oder bundesweit in ihren Beständen bedroht sind. Aus den acht untersuchten Tiergruppen Vögel, Amphibien, Wildbienen, Wespen, Laufkäfer, Tagfalter, Heuschrecken und Libellen wurden 527 Arten nachgewiesen, von denen 216 (41%) auf den Roten Listen und Vorwarnlisten geführt werden. Davon sind wiederum 69 (13%) Arten "stark gefährdet" (RL2), "extrem selten" (R)  oder "vom Aussterben bedroht" (RL1). Die in der Kiesgrube vertretenen Biotoptypen und das Artenspektrum setzten sich entsprechend der Lage der Kiesgrube aus Arten der Binnendünen und der Oberrheinaue zusammen. Die zwischen 1993/94 und 2005 beobachteten Veränderungen im Artenspektrum waren nur zum Teil abbau-, sukzessions- oder pflegebedingt. Starken Anteil hatten in den letzten Jahren die ausgeprägten Schwankungen des Grundwasserspiegels, Witterungsextreme und überregionale Entwicklungstendenzen. Verstärkt seit 2000 wurden umfangreiche Pflegemaßnahmen durchgeführt, welche zur Bestandserhaltung der gefährdeten Lebensräume, Tiere- und Pflanzenarten des Gebietes beigetragen haben.

Download
Hier der vollständige Bericht zu den Ergebnissen des Monitorings "Kiesgrube am Hardtwald Durmersheim"
NuL03-08_087-094_Schiel-Montoring Durmer
Adobe Acrobat Dokument 4.6 MB