Willkommen Wolf!


Fragen zum Thema Wolf?

Der Mittwoch heißt bei uns 2015 mittWOLF und steht mit spannenden Geschichten und Aktionen ganz im Zeichen des Rückkehrers. Einmal im Monat haken wir mit Ihren Fragen bei verschiedenen Wolfsexperten nach. Machen Sie mit und stellen Sie Ihre Fragen!

mittWOLF

Auch der SWR hat sich mit der Rückkehr des Raubtieres befasst, hier zum ca. 20-minütigem Video mit unserem Landesverbandsvorsitzendem André Baumann.


Steckbrief zm Wolf (Canis lupus lupus)

Unterarten

Besonders bekannt sind der weiße Polarwolf, der europäische Wolf (auch Gemeiner Wolf genannt; Canis lupus lupus) und der Timberwolf, aus Nordamerika. Weniger bekannt sind meist die Wölfe aus dem arabischen und asiatischen Raum.

Bild: Hubertus Schwarzentraub
Bild: Hubertus Schwarzentraub

Körperbau

Die Männchen sind mit einer Schulterhöhe von 70 bis 90 cm und einem Gewicht von zwischen 35 und 67 kg größer und schwerer als die Weibchen. Sie werden nur bis zu 80 cm groß und sind wiegen 25 bis 50 kg.
Der Europäische Wolf ist im Vergleich mit den anderen Unterarten von mittlerer Größe und in etwa so groß wie ein großer Haushund, wie beispielsweise dem Bernhardiner.

Fähigkeiten

Die Fähigkeiten eines Wolfes entsprechen in etwa denen eines Hundes. Statt wie der Mensch nur 20kHz hört der Wolf Töne bis zu 40kHz, wodruch er andere Wölfe in bis zu 9 km Entfernung wahrnehmen kann. Wie der Hund riecht er auch deutlich besser als der Mensch und kann ein Tier ca. 270 m gegen den Wind riechen. Er besitzt Blickwinkel von 250° (Mensch 180°) und hat ausgezeichnete Augen, weshalb er auch im Dunkeln gut jagen kann. Er kann 45-50 km/h schnell werden, allerdings ist er meist eher im gemütlichen Gang unterwegs und legt am Tag durchschnittlich 45 km während seiner Streifzüge zurück.

Lebensraum

Der Wolf kann überall dort leben, wo er genügend Beute findet und Rückzugsgebiete zur Aufzucht der Welpen vorhanden sind. Letztlich reduziert also in erster Linie die dichte Besiedlung sein potentielles Verbreitungsgebiet. Als anpassungsfähiger Kulturfolger können Wölfe in sehr vielen Landschaften leben, solange diese landwirtschaftlich nicht zu monoton oder durch zu viele Straßen und Siedlungen verbaut sind. Außer in Belgien, den Niederlanden und in Luxemburg kommt der Wolf in jedem Staat auf dem europäischen Festland vor (Stand: April 2013). Nach einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz (Skript 201/2007) gibt es außer in Hamburg, Berlin und Bremen in jedem Bundesland wolfsgeeignete Regionen. Seine Häufigkeit in einem Gebiet wird durch das Nahrungsangebot bestimmt, wo weniger Beutetiere leben, leben auch weniger Wölfe.

Revier- und Rudelgröße

Die Reviergröße ist im Durchschnitt 200 km². Im langjährigen Mittel, also schwankend zwischen der jährlichen Geburt, der natürlichen Sterblichkeit und der Abwanderung, pendelt sich die Anzahl der Wölfe bei acht Tieren pro Rudel ein. Polnische Wölfe nutzten täglich etwa 9% ihres Revieres (entspricht ca. 18 km²), welche sich an den Folgetagen nur minimalst überschnitten.

Ernährung

Wild lebende Huftiere stellen mehr als 96 Prozent der Beutetiere dar. Nutztiere hingegen, wie zum Beispiel Schafe, stehen nur mit weniger als ein Prozent auf der üblichen Speisekarte.

Fortpflanzung

Wölfe werden zwischen dem 1 und 2 Lebensjahr geschlechtsreif. Die Weibchen sind zwei Mal im Jahr für eine Woche empfängnisbereit. Die Läufigkeit fällt in den Spätwinter und das zeitige Frühjahr von Ende Januar bis Anfang März.

Sterblichkeit

In Gefangenschaft werden Wölfe 16 bis 17 Jahre alt, während sie in der Wildnis nur 10 bis 13 Jahre alt werden. Die Sterblichkeitsrate in den ersten 2 Lebensjahren ist sehr hoch. Sie kann bis zu 50% betragen! Das liegt an Krankheiten, oft auch Verhungern und Verletzungen, aber auch an illegaler Bejagung, Vergiftung und an Verkehrsunfällen.

Lebensweise

Ein Wolfsrudel besteht normalerweise aus Elternpaar und seinem Nachwuchs aus dem Vorjahr (die Jungwölfe) und dem Nachwuchs aus diesem Jahr (die Welpen).  Bis zum erreichen der Geschlechtsreife bleiben die sogenannten Jungwölfe im Rudel und helfen bei der Aufzucht der Welpen. Mit dem erreichen des zweiten Lebensjahres wandern die Jungwölfe in der Regel ab um ein ein eigenes Revier und einen Partner zu finden. Zwar sind die Elterntiere dem Nachwuchs gegenüber grundsätzlich dominat, jedoch kommt es selten zu Rangordnungskämpfen wie sie bei sogenannten "Gehegewölfen" vorkommen. Grund für diese Rangordnungskämpfe sind dabei oft, dass die Jungwölfe in Gefangenschaft nicht abwandern können.

Gesetzlicher Schutz in Europa für den Wolf

Durch das

  • Washingtoner Artenschutzgesetz (152 Mitgliedsstaaten; beschränkt Handel mit Waren wie z.B. Fell),
  • die Berner Konvention (45 Mitgliedsstaaten; Erhaltung und Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere und ihrer Lebensräume),
  • die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie ist eine EU Richtlinie)
  • und das Bundesnaturschutzgesetz § 45 (in Deutschland nach der FFH-Richtlinie der EU; Ausweisung und Erhaltung von Lebensräumen und Wildtieren)

sind Wölfe in Europa und somit auch in Deutschland geschützt.

Verbreitung in Deutschland

Zur Infokarte für Nutztierhalter - hier kann man sich zusätzlich, zuden Wölfen in Europa, auch die Standorte der Mitglieder der AG Herdenschutzhunde, die geschulten Wolfsbotschaftler, die Wolfsberater/-betreuer und Rissgutachter.