NABU-Ferientour "Wer knackt die Nuss?", August 2015


Die Mäusekinder sammeln Bonbons und hüten sich vor den  Eulen
Die Mäusekinder sammeln Bonbons und hüten sich vor den Eulen

Die NABU-Ferienfreizeit führte in der letzten Woche rund 15 Kinder auf eine besondere Natur-Tour in den "Ötigheimer "Wald". Die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren probierten aus, wie es ist, in einem "Fühlkasten" verschiedene Gegenstände zu ertasten, was bei Kieselsteinen, Eicheln oder Fichtenzapfen noch vergleichsweise einfach war. Der Griff in eine Menge Holzpellets brachte dagegen kaum die richtige Antwort und beim Tasten nach einem länglichen, glatten und biegsamen "Etwas" grübelte manches Kind, ob es hier die gefühlte Bekanntschaft mit einer Schlange machte. Natürlich hatte der NABU keine lebenden Tiere in die Kammer gesteckt - nur das breit grinsende Modell einer Blindschleiche!

Die Frage, welcher Vogel es schafft, eine Walnuss zu knacken, war ein weiteres Rätsel der Tour. Dass es Meisen, Baumläufer oder der Stieglitz nicht schaffen, wussten die Kinder gleich. Aber der Kernbeißer mit seinem gewaltigen Schnabel könnte es vielleicht hinkriegen. Rein kräftemäßig passt das auch, doch ist der Vogel einfach zu klein, um die große Walnuss zwischen die Schnabelhälften klemmen zu können. Am Ende blieb nur der Buntspecht übrig, der in der Natur die Nuss in Rindenspalten klemmt, um sie in dieser "Spechtschmiede" aufzuhacken.

Der Klassiker Eule und Maus machte den Kindern besonderen Spaß. Bei diesem Räuber-Beute-Spiel wurden zwei Kinder mit verbundenen Augen zu Eulen, die nur mit Hilfe ihres Gehörs Mäuse jagen sollten. Die Jagdwaffe war eine Sprühflasche, mit der ein gezielter Wasserstrahl in die Richtung der gehörten Mäuse zu schicken war. Die Mäuse, das waren die anderen Kinder, die möglichst leise ihre Nahrung ganz nahe bei den jagdbereiten Eulen suchen sollten. Statt Körnern wie im echten Mäuseleben hatten die NABU-Helfer Bonbons zu Füßen der Eulenkinder ausgelegt. Manche - besonders leise - Maus konnte die Bonbons unbemerkt sammeln, wer eher laut raschelnd zu Werke ging, war ganz schnell zur Beute der Eule geworden - und ein wenig nass!.

Das Zuordnen von drei Pflanzendüften zu den passenden Bildern der Pflanzen war zumeist erfolgreich: Lavendel, Salbei und Basilikum passte gut zur Erfahrungswelt der Kinder!

Bei den Vogelstimmen war das Grübeln dann doch intensiver. Waren Kuckuck und Uhu noch lässig zu erraten, machte sich beim Abspielen der Gesänge von Kohlmeise und Buchfink eine gewisse Ratlosigkeit breit. Gut, dass der Kiebitz wieder leichter zu erkennen war, denn er ruft wie er heißt!  

Schließlich konnten sich die Kinder im Tierweitsprung üben und landeten mehrheitlich an der Leistungsgrenze zwischen Maus (halber Meter) und Kaninchen (zwei Meter) - leise grummelnd, dass der Rekord des Sechsmetersprungs eines Rehbocks in unerreichter Ferne lag.

Nach der Natur-Tour wurden gut gelaunte Kinder von ihren Eltern abgeholt. Fazit: Spaß in der Natur gehabt und ein bisschen etwas dazugelernt.


Martin Klatt, NABU-Gruppe Rastatt

10.08.2015