NABU Ferientour "Der Natur auf der Spur" , August 2013


Wer wohnt in den alten Bäumen?

Die NABU-Natur-Tour führte in der letzten Woche die Teilnehmer in die Welt des Waldes an der Fohlenweide. Die 19 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren hatten im Rahmen des Ferienangebots der Stadt Rastatt knifflige Aufgaben zu lösen. Dabei mussten sich die jungen Naturforscher auch in die Rolle von Tieren versetzen. Wie der Specht mit seiner langen Zunge Maden aus dem Holz alter Bäume fischt, versuchten die Kinder ersatzweise mit einem Trinkhalm, mit dessen Hilfe sie Popcorn-Flocken aus einer Holzkiste ansaugten. Das war gar nicht einfach, führte am Ende aber doch zum Erfolg.

 

Wie es der Waldkauz schafft, auch bei Dunkelheit die Maus zu erwischen, spielten die Kinder nach, indem sie sich auf ihr Gehör verließen. Mit verbundenen Augen hörten sie auf jedes Rascheln in der Nähe. Das nämlich konnte ein Kind sein, das als Maus versuchte, ein Bonbon vom Boden zu erhaschen. Hörte das Kauzkind richtig, schickte es einen Wasserstrahl aus der Sprühflasche in Richtung des Geräusches und hatte bei einem Treffer erfolgreich die Maus gejagt. Andernfalls war die Maus der Sieger.

Das Nachspielen von Tieren als Pantomime verlangte den Kindern viel Ideenreichtum und Geschick ab. Das Publikum schaffte es meistens zu erkennen, ob da vor ihnen der Hirsch spazierte, ein Luchs stromerte oder sich die Kreuzotter durch das Gras bewegte.

 

Beim nächsten Spiel kam es darauf an, dass im Wald jedes Tier in einem Netz von Abhängigkeiten lebt. Das Eichhörnchen frisst Haselnüsse, muss aber vor dem Baummarder auf der Hut sein, der wiederum zur Beute des Habichts werden kann. Der Greifvogel baut seinen Horst gerne in alte Eichen, deren Früchte Wildschwein und Eichelhäher ernähren. Der Häher kann dem Waldkauz zum Opfer fallen, der in der Höhle einer alten Buche nistet. Jedem Kind wurde eine dieser Rollen zugewiesen und dieses Nahrungsnetz im Wald durch die Verbindung eines Seiles von Kind zu Kind geknüpft. Beim Sturz der Eiche bei einem Gewittersturm ging ein Ruck durch dieses Netz und die Kinder spürten durch den Seilzug mehr oder weniger deutlich den Verlust dieses wichtigen Elements. Wie wichtig gerade alte Bäume im Lebensraum  Wald sind, konnten die Kinder gewissermaßen am eigenen Leib erfahren.

 

Am Ende der NABU-Ferientour zeigte sich einmal mehr, dass die Natur ein spannendes Erlebnis ist.

 

Martin Klatt