Weniger Streuobstbäume, Juli 2012


"Schrankendisziplin" lässt nach - Immer weniger Streuobstbäume im Naturschutzgebiet Waldhägenich

Badisches Tagblatt 7.Juli 2012

Schutzgebietsbetreuer Joachim Doll (rechts) bringt Kindern das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Waldhägenich näher.
Schutzgebietsbetreuer Joachim Doll (rechts) bringt Kindern das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Waldhägenich näher.

Bühl - Die "Schrankendisziplin" im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Waldhägenich hat sehr nachgelassen. Dies äußert der Schutzgebietsbetreuer Joachim Doll in seinem kürzlich dem Gemeinderat vorgelegten Jahresbericht. Probleme bereiten nach wie vor nicht angeleinte Hunde und Kleinabfälle. "Zu einem großen Teil verhalten sich Besucher, Landwirte und andere Nutzer aber vernünftig", stellt der Ranger fest.


Insbesondere die Schranke am Hochwasserrückhaltebecken Mättig stehe offen, aber auch jene bei der Gärtnerei Müller. Viele Landwirte klagten darüber, dass der Ertrag der Wiesen zu gering sei; hier bestehe weiterhin Beobachtungs- und Handlungsbedarf.

Der Große Brachvogel und der Kiebitz brüten schon länger nicht mehr im Waldhägenich. Steinkäuze, die vom NABU betreut werden, wurden zwar gesichtet, aber ihr Lebensraum schwinde, da immer mehr Streuobstbäume durch altersbedingte Schäden gefährdet seien. Doll bedauert, dass von einem städtischen Förderprogramm zur Erhaltung von Streuobstbäumen kein Gebrauch gemacht wird.

Die probeweise Flächenwässerung des Singhurstgrabens sei wegen geringer Wasserstände im Jahr 2011 nur sehr beschränkt möglich gewesen, berichtet Doll. der Versuch fand schließlich im Januar statt; dabei habe sich gezeigt, dass das Wasser in die richtige Richtung auf das Grünland floss. Nach dem Wegfall des Zivildienstes hat der Ranger selbst viele kleine Arbeiten übernehmen müssen. Unterstützung bekommt er seit Oktober von einer Bundesfreiwilligendienstleistenden.

Doll macht darauf aufmerksam, dass durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft die aus Sicht des Naturschutzes negativen Veränderungen nicht zu übersehen seien. Leider würden beim Zusammenlegen von Flächen kleine Gehölzränder und Hecken verschwinden: "Hier sollte für Ersatz gesorgt werden", wünscht sich der Schutzgebietsbetreuer.

Vielfältig sind die Themen der pädagogischen Arbeit. 30 Führungen und Veranstaltungen, größtenteils für Schulen und Kindergärten, hat Doll im vergangenen Jahr betreut.

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