Setzung Infotafeln in Rastatt, August 2012


Mehr Blumenwiesen in der Stadt - Mit neuen Infotafeln weist die Stadt Rastatt auf Wildbiene, Käfer, Schmetterlinge & Co. hin

Badisches Tagblatt 16.August 2012

Rastatt - Nachdem einige Parkanlagen in Rastatt mit neuen Schildern ausgestattet wurden, die für mehr gegenseitige Rücksichtnahme der Besucher werben, machen ab sofort fünf Infotafeln in der Grünanlage am Röttererberg auf die kleinsten "Nutzer" der Grünflächen aufmerksam: Denn seitdem die Stadt Rastatt 2000/2001 das spezielle "Blumenwiesen-Projekt Rastatt" in Zusammenarbeit mit dem NABU-Kreisverband Rastatt konzipiert hat, fühlen sich Wildbiene, Riesenhummel, Rotklee und Klappertopf auf rund drei Hektar zwischen Mozart- und Beethovenstraße richtig wohl.


Das Projekt fördert einer Pressemitteilung zufolge die Schaffung von ökologisch wertvollen Naturwiesen im innerstädtischen und stadtnahen Raum. Die neuen Infotafeln erläutern Kindern und Erwachsenen mit einem Mix aus Grafik-, Bild- und Textelementen die Besonderheiten der Wiesen und ihrer Bewohner und erklärt den Sinn der zweimaligen Wiesenmahd, durch die die Wachstumsbediengungen für Wildblumen und Wildkräuter gefördert werden.


Jede Tafel hat einen anderen thematischen Schwerpunkt, gestaltet wurden sie in Zusammenarbeit mit dem NABU-Kreisverband. Bereits Anfang der 90er Jahre wurden große innerstädtische Rasenflächen nicht mehr in häufigen monatlichen Mähzyklen bearbeitet, sondern nur noch zweimal jährlich gemäht. Dabei wurde das Mähgut in der Regel einmal geräumt und im zweiten Mähgang gemulcht. Diese Praxis, das Mähgut an Ort und Stelle zu belassen, führte durch die Verrottung zu starker Nährstoffanreicherung im Boden. Der krautige Anteil der Wiesenflora ging stetig zurück, Gräser waren dominant. Der bunte Aspekt von Wiesenblumen war auf den Flächen kaum oder nicht mehr gegeben. 2000/2001 wurde das spezielle "Blumenwiesen-Projekt Rastatt" in Zusammenarbeit mit dem NABU-Kreisverband Rastatt konzipiert, das seitdem auch regelmäßig durch die Umweltstiftung Rastatt gefördert wird. Auf Wiesen- und Rasenflächen werden im Stadtgebiet die Mäharbeiten so organisiert, dass weiterhin nur zweimal gemäht wird: der erste Mähgang Anfang Juni, der Zweite im Herbst nicht vor September/Anfang Oktober. Das Mähgut wird anschließend geräumt und möglichst als Heu oder Grünfutter verwendet.


Durch diese "Abmagerung" des Bodens werden die Wachstumsbedingungen für Wildblumen und Wildkräuter gefördert. Der zurückgehende Vegetationsdruck der Gräser durch Entzug von Nährstoffen und das Ausreifen der Samenstände der Krautschicht fördern  die Ausbreitung von Wildblumen und Wildkräutern. Durch die Zunahme der Wildblumenvegetation verbessern sich auch die Lebensbedingungen für Insekten wie Wildbienen, Käfer, Schmetterlinge & Co. In der Stadt werden so wertvolle Naturwiesen geschaffen und das Netz aus Biotopflächen erweitert.


In das "Blumenwiesen-Projekt Rastatt" wurden im Stadtgebiet speziell Grünanlage Mozart-/Beethovenstraße mit rund drei Hektar  sowie die Glatthaferwiese entlang Baldenaustraße mti rund einem Hektar aufgenommen. Die Veränderung von Flora und Fauna beobachten und dokumentieren Biologen und Botaniker seit 2002 über fünf Jahre hinweg. Über die positiven Ergebnisse liegt ein Abschlussbericht vor. Durch seinen erfolgreichen Verlauf war das "Blumenwiesen-Projekt Rastatt" ein Beitrag im Wettbewerb "Bundeshauptstadt Naturschutz 2007", trug auch zum Titelgewinn Rastatts bei und wurde seither in unterschiedlichen Veröffentlichungen erwähnt, so die städtische Pressestelle weiter.